Toiletten

Porzellanstandardbecken

Am weitesten verbreitet ist WC aus Porzellan mit Toilettenspülung und Kanalisation. Hierbei gibt es drei Hauptbauarten:

Tiefspüler

Sitzklo, bei dem die Ausscheidungen in das Wasser eines Siphons fallen, der sich unter dem Gesäß des Benutzers befindet, durch die besondere Form des Siphons aber das Wasser nicht hochspritzt. Dadurch ist die Geruchsentwicklung gering, weil das Wasser den Kontakt der Exkremente mit der Raumluft verhindert. Diese Form ist zum Beispiel in Nordamerika, Frankreich und England sowie zunehmend in Deutschland üblich. Eine Abwandlung des Spülsystems ist das Kaskaden-WC, der Ablauf zum Siphon ist hierbei hinten (wandseitig).[1] Der Spülvorgang unterscheidet sich bei europäischen und nordamerikanischen Toiletten: während in Europa das beim Spülen einlaufende Wasser die Exkremente wegtransportiert, wird in Nordamerika zunächst der Inhalt der Schüssel durch Sog entleert und dann wieder aufgefüllt. Der Wasserstand in europäischen Tiefspülern ist auch wesentlich niedriger als in Nordamerika.

Flachspüler

Sitzklo, bei dem sich unter dem Gesäß des Benutzers eine Art Stufe befindet, auf die die Ausscheidungen fallen. Die Ausscheidungen verschwinden erst beim Spülen über das Siphon in das Abwassersystem. So besteht die Möglichkeit, eine Stuhlprobe zu nehmen, wie es in Krankenhäusern und bei Ärzten sinnvoll ist. Der größte Nachteile dieser Bauart ist die starke Geruchsentwicklung, weswegen öffentliche und private Toiletten seit den Neunzigern auf Tiefspüler umgerüstet wurden und werden. Der Ablauf zum Siphon ist beim Flachspüler vorne (zur Raummitte).

Hocktoilette

bei einer Hocktoilette (manchmal auch Stehtoilette genannt) sitzt der Benutzer auf keiner Schüssel, sondern befindet sich in Hocke. Die Toilette kann dabei ein einfaches Loch oder eine Rinne im Boden sein, inzwischen gibt es aber auch größere, beckenähnliche Konstruktionen. Da kein Kontakt entsteht, werden Hocktoiletten oftmals als besonders hygienisch angesehen, für Unerfahrene ist die Benutzung aber durchaus schwierig. Hocktoiletten sind in Asien, Südeuropa und islamischen Ländern verbreitet.

In vielen europäischen Ländern, aber auch z. B. in Japan haben sich heute Toiletten durchgesetzt, bei denen wahlweise mit viel oder mit wenig Wasser gespült werden kann („Spül-Stopp-Wasserspartechnik“, „2-Mengen-Spülsystem“ o. ä.). In anderen Ländern, wie den USA, wo die Hersteller eher mit generell wassersparenden Toiletten experimentieren, sind Toilettenspülungen mit Wahlschalter noch kaum im Handel.

Bauarten in Verkehrsmitteln

Offene Bauart

Bei der „offenen Bauart“ spricht man auch von einer Fallrohrtoilette, bei der die Entleerung direkt nach außen erfolgt. Bei der Eisenbahn war dies früher das am weitesten verbreitete System. Den Vorteilen der einfachen Bauart, der ständigen Verfügbarkeit und der nicht notwendigen Entleerung stehen Verschmutzungs- und Umweltprobleme gegenüber. Im Bereich der Deutschen Bahn dürfen nach Anwohnerklagen Fahrzeuge mit offenen Toiletten nicht mehr eingesetzt werden.

Geschlossene Bauart

Toiletten mit geschlossener Bauart haben einen Abwassertank, der normalerweise alle 1 bis 2 Tage ins Abwasser entleert wird. Die geschlossenen Bauarten (mit oder ohne Behandlung der Abwässer) werden heute überwiegend per Unterdruck entleert; dies ermöglicht es, beim Spülen Wasser zu sparen. Man kann bei dieser Bauart unterscheiden zwischen:

Vakuumtoiletten

Vakuumtoiletten werden in Flugzeugen, auf Schiffen, modernen Zügen sowie in der bemannten Raumfahrt eingesetzt. Toiletten im Weltraum sind wegen der fehlenden Schwerkraft nach einem staubsaugerähnlichem Prinzip konstruiert. Die Öffnung ist nur ca. handtellergroß, und die Benutzung muss trainiert werden.

Chemischer Behandlung der Abwässer

Vorteil von Chemietoiletten ist, dass das Abwasser weniger oft entsorgt werden muss; Nachteil sind die umweltschädlichen Chemikalien.

Biologischer Behandlung der Abwässer

Dabei wandeln Mikroorganismen das Abwasser so um, dass der Wasseranteil wieder als Brauchwasser verwendet werden kann. Biologische Toiletten ermöglichen lange Entleerungszyklen. Nachteil ist, dass das System „umkippen“ kann, wenn beispielsweise die WC-Muschel mit den falschen Chemikalien gereinigt wird.